Friedpark, Ruheforst und Friedwald - Einleitung

Die Baumbestattung bezeichnet allgemein die Beisetzung der Asche von Verstorbenen am Fuße eines Baumes, ursprünglich in einem Waldstück. Sie unterscheidet sich von den üblichen Erd- oder Urnengräbern vor allem durch die naturnahe Belassenheit der Grabstätte. Es gibt keine Grabgestaltung durch Bepflanzung oder einen Grabstein. Die Asche eines Verstorbenen wird nach der Kremation und einer möglichen Trauerfeier in einer biologisch abbaubaren Urne im Wurzelbereich der Bäume in der Erde beigesetzt. Die Form der Beisetzung hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Blumenschmuck oder ein Grabmal sind nicht erlaubt.

Die Idee der Baumbestattung ist noch relativ jung, aber immer mehr Bürgerinnen und Bürger fühlen sich von den traditionellen Bestattungsformen (Erd- oder Urnenbestattung auf dem Friedhof) nicht mehr angesprochen und sehen daher die Möglichkeit der Baumbestattung als interessante Alternative an. Man schätzt den Anteil der Baumbestattung in Deutschland auf zwei bis drei Prozent aller Bestattungen.

In Deutschland gibt es für Baumbestattungen verschiedene Anbieter. Die erste Möglichkeit zur Baumbestattung, einen so genannten "FriedWald", eröffnete die Friedwald GmbH im Jahr 2001 im Reinhardswald bei Kassel. Mittlerweile betreibt sie ungefähr 30 "FriedWald-Standorte" in ganz Deutschland und hat nach eigenen Angaben schon über 13.500 Bestattungen durchgeführt (Stand 2009). Ein weiterer großer Anbieter ist die Ruheforst GmbH, die mehr als 40 Beisetzungsstätten in Deutschland betreibt. Hier findet die Beisetzung in so genannten "Ruhebiotopen" statt. Das sind Waldflächen zwischen 50 und 100 Quadratmetern, die sich durch markante Naturelemente auszeichnen. Dabei muss es sich nicht um einen Baum handeln, sondern zum Beispiel auch um eine Lichtung mit Strauchwuchs. Die Begriffe "Friedwald" und "Ruheforst" sind als Markenzeichen geschützt. Neben diesen beiden großen gibt es mittlerweile auch kleinere Anbieter, die Baumbestattungen außerhalb von Friedhöfen anbieten, zum Beispiel der "Trauerwald" in Bayern.

Auch immer mehr kommunale Friedhöfe bieten Baumbestattungen an. Sie stellen Baum bestandene Areale auf ihrem Gelände für Baumbestattungen zur Verfügung. Als Bezeichnung für diese Areale haben sich zum Beispiel Friedpark, Urnenhain oder Ruhehain durchgesetzt.

Wegen der verschiedenen Konzepte und Ausgestaltungen sind die Preise der einzelnen Anbieter nicht unbedingt vergleichbar. Die folgenden Angaben können Ihnen aber als Anhaltspunkte zur Orientierung dienen (alle Preisangaben Stand 2009):
In einem Friedwald kostet die günstigste Einzelgrabstätte 490 Euro. Der Platz an einem so genannten Prachtbaum kostet 1.200 Euro. Freundschafts- und Familienbäume ab zwei (Partnerbaum) bis zu zehn Urnenplätzen gibt es ab 2700 Euro in der ersten von sieben Preiskategorien.
Die Preise der Ruheforste unterscheiden sich zwischen den verschiedenen Standorten. Als Beispiel sei hier der Ruheforst Erbach genannt. Der günstigste Beisetzungsplatz im Rahmen eines Gemeinschaftsbiotops mit 12 Grabstellen kostet 500 Euro. Ein Familien- oder Freundschaftsbiotop der niedrigsten Wertungsstufe 1 ist ab 2.650 Euro zu haben - genauso wie ein Einzelbiotop. Vier Wertungsstufen werden angeboten.
Im Trauerwald in Bayerisch Eisenstein bezahlt der Kunde 480 Euro Nutzungsgebühr für 20 Jahre. Der kommunale Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg berechnet für die 25-jährige Nutzung eines Baumgrabes 1.175 Euro.

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